Die Pforte ist zu, der Weg geht weiter: Pilger der Hoffnung bleiben
Geistlicher Impuls · 7. Januar 2026
Gestern, am Dreikönigstag, hat Papst Leo XIV. die Heilige Pforte am Petersdom geschlossen. Damit ist das Heilige Jahr 2025 zu Ende gegangen, das noch Papst Franziskus an Heiligabend 2024 unter dem Leitwort „Pilger der Hoffnung“ eröffnet hatte. Nach Angaben des Vatikans kamen rund 33,5 Millionen Pilgerinnen und Pilger nach Rom.
Eine Tür schließt sich. Aber die Frage, die dieses Jahr gestellt hat, bleibt offen: Was nehmen wir mit?
Hoffnung ist keine Stimmung
Hoffnung wird oft mit Optimismus verwechselt, mit dem Gefühl, dass schon alles gut gehen wird. Christliche Hoffnung ist etwas anderes. Sie rechnet mit Gott auch dort, wo nach menschlichem Ermessen nichts mehr zu erwarten ist: am Krankenbett, in der Trauer, in der Einsamkeit einer langen Nacht.
Paulus schreibt: „Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen“ (Römer 5,5). Das ist kein frommer Wunsch, sondern ein Versprechen.
Pilger sein im Alltag
Nicht jeder konnte nach Rom reisen. Pilger sein geht auch zu Hause. Ein Pilger ist jemand, der sich auf den Weg macht, der unterwegs anderen begegnet und der weiß, dass er nicht am Ziel ist.
Für uns als Lukas-Orden heißt das ganz konkret: zum Telefon greifen, wenn jemand reden muss. Ins Krankenhaus gehen, wenn jemand keinen Besuch bekommt. Stehen bleiben, wenn ein Mensch am Rand liegt.
Drei Vorsätze für das neue Jahr
- Einmal im Monat jemanden besuchen, der selten Besuch bekommt.
- Einmal in der Woche anrufen, bei jemandem, der allein lebt.
- Jeden Tag ein Gebet für einen Menschen, der gerade keine Hoffnung hat.
Die Heilige Pforte in Rom ist geschlossen. Die Türen unserer Herzen müssen es nicht sein.
Wenn Sie selbst gerade nicht weiterwissen: Unsere Telefonseelsorge ist montags bis freitags von 8 bis 14 Uhr unter 0800 100 0 100 für Sie da.
Ihr St. Lukas Hospital Orden
Quelle zum Abschluss des Heiligen Jahres: evangelisch.de, 06.01.2026