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Kommentar: Bei der Pflege zu Hause geht es um Leben oder Tod

Wir erleben in unserer Arbeit Menschen, die allein zu Hause leben, pflegende Angehörige am Ende ihrer Kraft und Pflegekräfte, die mehr geben, als sie müssten. Darum sagen wir es ohne Umschweife: Bei dieser Reform geht es um Leben oder Tod.

Das ist keine Übertreibung. Für einen alten Menschen allein in seiner Wohnung ist die Hilfe einmal in der Woche oft der einzige Besuch. Die Helferin merkt, wenn er nicht mehr richtig isst, wenn er gestürzt ist, wenn die Tabletten liegen bleiben. Bricht diese Hilfe weg, bleibt das unbemerkt, bis es zu spät ist. Pflegende Angehörige, die keine Entlastung mehr bekommen, brechen zusammen. Dann kommen der Notarzt, das Krankenhaus, das Heim.

Genau diese Hilfe stellt das Pflegeneuordnungsgesetz in Frage. Ambulante Pflegedienste sollen das neue Sozialraumbudget nicht mehr abrechnen dürfen. Menschen mit Pflegegrad 1 sollen ihren Entlastungsbetrag ganz verlieren. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste warnt vor mehr als 50.000 Kündigungen. Wenn Dienste schließen müssen, finden Familien nicht einfach einen neuen. Schon heute suchen viele Familien vergeblich einen freien Pflegedienst.

Was bildet sich eine Regierung ein, die von Entbürokratisierung spricht und dabei funktionierende Hilfe zerschlägt? Man kann die Pflegeversicherung nicht auf dem Rücken derer sanieren, die sich am wenigsten wehren können.

Wir rufen die Abgeordneten des Bundestages auf: Stoppen Sie diesen Teil der Reform. Öffnen Sie das Sozialraumbudget für zugelassene Pflegedienste und erhalten Sie den Entlastungsbetrag im Pflegegrad 1. Und wir bitten alle, die es betrifft: Sprechen Sie Ihre Abgeordneten an. Der Bundestag berät am 5. November 2026 in erster Lesung.

Offenlegung: Die eigenständigen Lukas-Pflegedienste sind als zugelassener Pflegedienst von dieser Regelung selbst betroffen.

Quellen: Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Pflegeneuordnungsgesetz, Stand 30.09.2026; bpa, Meldung vom 26.10.2026.

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