Aktuell
Woran wir arbeiten

Ein pflegerischer Notdienst für ganz Nordrhein-Westfalen

Damit niemand nachts allein mit einer Pflegekrise ist.

Menschen kommen zum gemeinsamen Gespräch zusammen

Unser Ziel

Wer zu Hause gepflegt wird, braucht Hilfe nicht nur zu Bürozeiten. Abends, nachts und am Wochenende geraten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen oft in Situationen, die kein Fall für den Rettungsdienst sind, aber auch nicht bis Montag warten können: ein verrutschter Katheter, eine Wunde, die plötzlich blutet, ein Sturz ohne Verletzung, ein Mensch, der nachts verwirrt ist, eine Angehörige, die einfach nicht mehr kann.

Für solche Momente gibt es in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117) und den Rettungsdienst (112). Einen eigenen pflegerischen Notdienst, der rund um die Uhr ausrückt, gibt es bisher nicht flächendeckend.

Der Lukas-Orden arbeitet daran, einen solchen Dienst schrittweise in ganz Nordrhein-Westfalen aufzubauen. Ganz im Sinne unseres Leitsatzes: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40)

Was wir uns von unseren Nachbarn abschauen

Andere Länder in Europa zeigen seit Jahren, dass es geht.

Dänemark: Akutpflege in jeder Kommune

In Dänemark sorgt jede Kommune für kostenfreie häusliche Krankenpflege, geplant und akut, zu allen Tageszeiten. Seit 2017 gelten dafür landesweite Qualitätsstandards für kommunale Akutfunktionen: Pflegefachkräfte mit Akutkompetenz, die rund um die Uhr ausrücken und vor Ort messen, versorgen und einschätzen. Laut einer staatlichen Auswertung von 2021 haben alle dänischen Kommunen eine solche Akutfunktion eingerichtet, teils als eigenes Team, teils gemeinsam mit Nachbarkommunen.

Niederlande: Pflege am Abend, in der Nacht und am Wochenende

In den Niederlanden organisieren sich die Anbieter der Gemeindepflege regional, damit nachts und am Wochenende eine Pflegefachkraft kommt. In Rotterdam betreiben mehrere Pflegeorganisationen seit 2020 gemeinsam ein regionales Team für dringende Pflege, in Drenthe gibt es ein eigenes Akut-Pflegeteam mit Nachtteam. Entscheidend ist die enge Zusammenarbeit mit den hausärztlichen Notdienstpraxen, die Pflegeeinsätze direkt anfordern können.

Schweiz: Nacht-Spitex

In der Schweiz bieten öffentliche Spitex-Organisationen in mehreren Städten und Kantonen einen Nachtdienst an, zum Beispiel in Zürich, Bern, Basel und Luzern sowie im Kanton Obwalden, wo alle Gemeinden den Aufbau eines 24-Stunden-Angebots gemeinsam angeschoben haben. Pflegefachkräfte fahren nachts Touren, kommen zu geplanten Einsätzen und werden bei Notfällen über die ärztliche Notfallnummer dazugerufen.

Was das für Nordrhein-Westfalen heißen kann

Aus diesen Vorbildern leiten wir unsere Ziele ab:

  1. 1. Eine Nummer für pflegerische Notlagen

    Pflegebedürftige, Angehörige und Pflegedienste erreichen rund um die Uhr eine Pflegefachkraft, die einschätzt, was nötig ist.

  2. 2. Pflegefachkräfte, die hinausfahren

    Wo nötig, kommt eine erfahrene Pflegefachkraft nach Hause, auch nachts und am Wochenende.

  3. 3. Zusammenarbeit statt Konkurrenz

    Wir wollen mit bestehenden Pflegediensten, dem ärztlichen Bereitschaftsdienst, Kliniken und Rettungsdiensten zusammenarbeiten, nicht neben ihnen her.

  4. 4. Entlastung für Angehörige

    Niemand soll nachts allein mit einer Pflegekrise sein.

  5. 5. Weniger vermeidbare Krankenhausfahrten

    Was zu Hause gut versorgt werden kann, soll zu Hause versorgt werden.

  6. 6. Schritt für Schritt

    Wir beginnen im Ruhrgebiet, rund um unser Ordenshaus in Duisburg, und wollen das Modell dann auf weitere Regionen in NRW übertragen.

Wo wir stehen

Ehrlich gesagt: am Anfang. Wir haben das Ziel, die Erfahrung aus unseren Pflegeeinrichtungen und Sanitätsdiensten und Menschen, die mitanpacken wollen. Was uns noch fehlt, sind Partner: Pflegedienste, Kliniken, Kostenträger, Kommunen, Fachleute und Ehrenamtliche, die diesen Weg mit uns gehen.

Unterstützen

Gemeinsam einen pflegerischen Notdienst aufbauen

Einen Notdienst für ganz Nordrhein-Westfalen baut niemand allein. Wir suchen Menschen und Einrichtungen, die sich mit ihrem Wissen, ihrer Zeit und ihren Möglichkeiten einbringen. Einfache Geldspenden nehmen wir bewusst nicht an. Uns geht es um Mitwirkung.

Wen wir suchen

Ambulante Pflegedienste

Sie kennen Ihre Patientinnen und Patienten am besten. Gemeinsam können wir Nacht- und Wochenendeinsätze abstimmen, statt dass jeder Dienst allein Bereitschaft vorhält.

Kliniken, Hausärzte und ärztlicher Bereitschaftsdienst

Wir möchten feste Wege schaffen, über die Sie eine Pflegefachkraft nach Hause schicken können, wenn kein Arzt und kein Rettungswagen nötig ist.

Kranken- und Pflegekassen

Wir suchen Partner, mit denen wir eine tragfähige Finanzierung und ein Modellprojekt entwickeln.

Städte, Kreise und Kommunen in NRW

Sie kennen den Bedarf vor Ort. Wir möchten gemeinsam mit Ihnen Pilotregionen auswählen.

Hochschulen und Pflegewissenschaft

Wir wünschen uns eine wissenschaftliche Begleitung, damit wir aus den ersten Erfahrungen lernen.

Stiftungen und Unternehmen

Gesucht sind Partner, die mit Sachmitteln, Fahrzeugen, Technik oder Know-how helfen.

Pflegefachkräfte und Ehrenamtliche

Ob im Einsatz, am Telefon, in der Organisation oder in der Begleitung von Angehörigen: Jede helfende Hand zählt.