Krankenpflege ist kein Beruf wie jeder andere
Gedanken des Präsidenten des Lukas-Ordens
Ich möchte Ihnen heute erzählen, was Krankenpflege für mich bedeutet. Denn ich bin überzeugt: Krankenpflege ist kein normaler Beruf.
Ein Beruf, der eine Berufung braucht
Wer in der Krankenpflege arbeitet, sollte diesen Beruf nur ergreifen, wenn er sich wirklich dazu berufen fühlt. Ähnlich wie bei einem Pfarrer oder Priester kommt man den Menschen in diesem Beruf sehr nahe. Krankenpflege ist nicht wie die Arbeit im Hotel, wo man Gäste versorgt oder bedient. Als Pflegekraft wird man in alle Belange des menschlichen Lebens eingebunden: in Angst und Hoffnung, in Schmerz und Genesung, manchmal auch in den Abschied.
Deshalb müssen die christlichen Werte der Krankenpflege erhalten bleiben. Sie sind kein Beiwerk, sondern das Fundament.
Was mich geprägt hat
Mich selbst hat diese Haltung sehr geprägt. Ich bin dankbar, dass ich meine Jugend mit 18 und 19 Jahren im Elisabeth-Krankenhaus verbringen durfte, einem wunderschönen, traditionsreichen Haus, in dem Ordensschwestern wirkten. Dort habe ich sehr viel gelernt.
Vor allem habe ich von meinem damaligen Schulleiter an der Krankenpflegeschule in Essen gelernt, was Nächstenliebe wirklich bedeutet. Nächstenliebe ist nichts, was man nebenbei oder zum Spaß macht. Von Nächstenliebe muss man überzeugt sein.
Was wirklich zählt
In meinem bisherigen Berufsleben habe ich oft erlebt, wie Menschen von Boshaftigkeit, von Gier und von Geld getrieben sind. Dabei erkennen die wenigsten, was das Allerwichtigste ist: Unsere Lebenszeit auf dieser Erde ist begrenzt.
Diese Lebenszeit können wir gemeinsam gestalten und gemeinsam erleben. Sie vergeht, und kein Geld der Welt holt die Vergangenheit zurück.
Wer sein Leben nur dem Reichtum widmet, Porsche fährt und immer mehr verdienen will, vergisst ganz einfach eines: Wenn wir sterben, können wir keinen Cent mitnehmen. Vererben kann man sein Geld, ja. Aber ist das alles im Leben?
Ist es nicht viel schöner, die gemeinsame Zeit mit den Menschen zu verbringen, die man liebt, und im Rahmen seiner Möglichkeiten Gutes zu tun?
Unser Auftrag
Gerade die Boshaftigkeit, die Gier und die Vernachlässigung der Armen sind für mich eine Herausforderung, der ich mich stellen will. Diese Ungerechtigkeit zu bekämpfen ist mein Antrieb, und es ist der Auftrag des Lukas-Ordens. Unser Leitsatz stammt aus dem Matthäusevangelium:
„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“
Wenn Sie diese Gedanken teilen und sich einbringen möchten, freue ich mich, von Ihnen zu hören.
Ihr Präsident des Lukas-Ordens