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„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt“

Gedanken des Präsidenten des Lukas-Ordens

Jede Gemeinschaft braucht einen Satz, an dem sie sich ausrichtet. Für den Lukas-Orden ist das ein Wort Jesu aus dem Matthäusevangelium:

„Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“
Matthäus 25,40, Einheitsübersetzung 2016

Ich möchte Ihnen erklären, was dieser Satz für uns bedeutet und warum er uns direkt an das Krankenbett führt.

Was dieser Satz bedeutet

Jesus spricht hier vom Weltgericht. Gefragt wird nicht nach Reichtum, Ansehen oder Erfolg, sondern danach, wie wir mit den Menschen umgegangen sind, die am wenigsten haben: mit den Hungrigen, den Fremden, den Gefangenen und den Kranken.

Die Botschaft ist einfach und zugleich radikal: In jedem Menschen, der Hilfe braucht, begegnet uns Christus selbst. Wer einem Kranken die Hand hält, einem Einsamen zuhört oder einem Armen hilft, tut es für ihn. Und wer wegschaut, schaut auch an ihm vorbei.

Die „Geringsten“ sind nicht weniger wert. Sie sind diejenigen, die unsere Gesellschaft gern übersieht. Genau dort beginnt unser Auftrag.

Ich war krank, und ihr habt mich besucht

Kurz vor unserem Leitsatz zählt Jesus auf, was wirklich zählt. Ein Satz daraus lautet: „Ich war krank und ihr habt mich besucht“ (Matthäus 25,36). Für mich ist das der Kern der Krankenhausseelsorge.

Ich komme selbst aus der Krankenpflege. Ich weiß, wie es ist, wenn ein Mensch im Krankenhausbett liegt: aus seinem Alltag gerissen, oft voller Angst, manchmal allein. Die Medizin kümmert sich um den Körper, und das ist gut und notwendig. Aber ein kranker Mensch ist mehr als seine Diagnose.

Warum Seelsorge im Krankenhaus so wichtig ist

Im Krankenhaus stellen sich Fragen, die im Alltag oft keinen Platz haben: Werde ich wieder gesund? Was wird aus meiner Familie? Was bleibt, wenn mein Leben zu Ende geht? Mit diesen Fragen sollte niemand allein sein.

Seelsorge bedeutet, Zeit zu haben. Zuzuhören, ohne auf die Uhr zu schauen. Da zu sein, auch wenn es keine Antwort gibt. Ein Gebet zu sprechen, wenn es gewünscht ist, oder einfach still mit auszuhalten, was schwer ist.

Seelsorge ist auch für die Angehörigen da, die hilflos am Bett sitzen. Und sie ist für die Pflegekräfte da, die jeden Tag Leid und Abschied miterleben und dabei selbst Halt brauchen.

Gerade in einer Zeit, in der im Gesundheitswesen vieles nach Effizienz und Kosten bemessen wird, braucht es Menschen, die daran erinnern: Hier liegt ein Mensch, kein Fall.

Unser Auftrag als Lukas-Orden

Unser Namenspatron, der Evangelist Lukas, wird in der Bibel als Arzt bezeichnet (Kolosser 4,14). Heilen, Begleiten und Trösten gehören für uns deshalb zusammen.

Darum ist die Seelsorge ein Schwerpunkt unserer Arbeit, am Krankenbett ebenso wie am Telefon. Wer reden möchte, erreicht unsere Telefonseelsorge unter 0800 100 0 100, montags bis freitags von 8 bis 14 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten ist die bundesweite TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111 erreichbar.

Wenn Sie diesen Weg mit uns gehen und sich einbringen möchten, freue ich mich, von Ihnen zu hören.

Ihr Präsident des Lukas-Ordens