Wenn die Kraft ausgeht: Ein Wort an pflegende Angehörige
Stand: 11. Mai 2026
Sie pflegen Ihre Mutter, Ihren Vater, Ihren Partner oder Ihr Kind. Tag für Tag, oft auch nachts. Sie organisieren Arzttermine, kämpfen mit Anträgen und versuchen, nebenbei noch Ihr eigenes Leben zusammenzuhalten. Dieser Beitrag ist für Sie.
Es ist in Ordnung, erschöpft zu sein
Viele pflegende Angehörige sagen: „Ich darf mich nicht beklagen, es geht ja um ihn, nicht um mich.“ Doch wer pflegt, braucht selbst Kraft. Erschöpfung, Gereiztheit, Traurigkeit, manchmal auch Wut oder Schuldgefühle sind keine Schwäche. Sie sind ein Zeichen dafür, dass Sie Großes leisten und an Ihre Grenzen kommen.
Warnzeichen ernst nehmen
Achten Sie auf sich, wenn Sie merken:
- Sie schlafen dauerhaft schlecht oder zu wenig.
- Sie ziehen sich von Freunden und Hobbys zurück.
- Sie fühlen sich leer, hoffnungslos oder ständig überfordert.
- Sie werden ungeduldig mit dem Menschen, den Sie pflegen, und schämen sich danach.
Dann ist es Zeit, Unterstützung anzunehmen.
Hilfe annehmen ist kein Versagen
- Sprechen Sie es aus. Mit Familie, Freunden oder mit uns. Oft hilft schon ein Gespräch, in dem niemand urteilt.
- Nutzen Sie Pflegeberatung. Pflegekassen und Pflegestützpunkte beraten kostenlos, welche Entlastung möglich ist, zum Beispiel Tagespflege, Verhinderungspflege oder Hilfen im Alltag. Mehr dazu in unserem Beitrag „Pflegegrad verständlich erklärt“.
- Gönnen Sie sich kleine Pausen. Ein Spaziergang, ein Gebet, eine Tasse Kaffee in Ruhe. Das ist kein Luxus, sondern notwendig.
- Teilen Sie Verantwortung. Niemand muss alles allein tragen.
Sie sind nicht allein
In unserem Glauben ist niemand vergessen, auch nicht derjenige, der im Stillen für andere sorgt. „Einer trage des andern Last“, schreibt Paulus (Galater 6,2). Wir möchten ein Stück dieser Last mittragen, indem wir zuhören.
Unsere Telefonseelsorge: 0800 100 0 100, montags bis freitags von 8 bis 14 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten: Die bundesweite TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr und kostenfrei unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 erreichbar. Bei akuter Gefahr: Notruf 112.
Ihr St. Lukas Hospital Orden